Aktuelles

"Es hat wieder die Ärmsten der Armen getroffen"

HDZ-Partner Jürgen Schmitt über seine Eindrücke von Haiti nach dem Wirbelsturm

Jürgen Schmitt, Vorsitzender des Taubertäler Hilfsgemeinschaft e.V. ist ein langjähriger Partner des HDZ und Mitunterstützer eines Schulprojekts in Haiti. Vor wenigen Tagen kehrte er von seiner Projektreise nach Haiti zurück und berichtet nun von seinen Eindrücken in einem von Naturkatastrophen und Armut gebeutelten Land. „Ich erlebe ein Haiti, in dem unzählige Menschen unter erbärmlichen Bedingungen leben müssen“, sagt Schmitt. „Wie erbärmlich das Leben für die Betroffenen nach dem Wirbelsturm ist, lassen die Bilder nur erahnen – die Wirklichkeit ist noch viel krasser als die Fotos.

Auch im Umkreis unserer Projektschule hat der Wirbelsturm für chaotische Verhältnisse gesorgt. Am schlimmsten hat es wieder einmal die Ärmsten der Armen getroffen: Kinderreiche Familien, alte Menschen, alleinstehende Mütter, Menschen mit Handicap. Sie lebten auch vor der Naturkatastrophe bereits in menschenunwürdigen Verschlägen Nun hat der Wirbelsturm auch diese notdürftigen Behausungen zerstört. Daher möchten wir mithilfe der Spendengelder dafür sorgen, dass so viele Menschen wie möglich, die im Umkreis unserer Schule leben, neue gemauerte Häuschen bekommen. Die kleinen Häuser haben Einheitsmaße von 4,50 * 4,00 m, mit Abweichungen nach oben und unten. Das Baumaterial muss auf abenteuerlichen Wegen mit einem LKW angefahren werden. Die Straße ist schon per Auto kaum zu befahren, aber irgendwie wird es schon gehen.“ Zu den Eindrücken von Schmitt ergänzt Dr. Winter: „Ich kann nur wiederholen: Wir können natürlich nicht dem ganzen Land helfen; fühlen uns aber für die Kinder und Familien im Einzugsgebiet unserer Schule verantwortlich. Wir werden unser Möglichstes tun und über diese

beschriebene, notwendige Soforthilfe hinaus an der Weiterentwicklung des Projektes arbeiten.“

 

Lebensrettende Bauweise

Schulgebäude des HDZ ist nach dem Wirbelsturm ein Rettungsstützpunkt – weitere finanzielle Mittel dringend erforderlich!

Foto: Don Bosco Mission

 

Okt 2016: “L `éspoir est revenue dans nos coeurs” – die Hoffnung ist in unsere Herzen zurückgekehrt - so beschrieb der haitianische Schulleiter Isamel Jones seine Gefühle, als er 2013 mit dem Vorsitzenden der Taubertäler Hilfsgemeinschaft e.V., Jürgen Schmitt, vor dem neuen Schulgebäude stand. Es war mithilfe des Vereins und des HDZ in einem der ärmsten Viertel von Carrefour errichtet worden. Als jetzt die Nachricht kam, dass Wirbelsturm Matthew sich mit Windgeschwindigkeiten von über 250 km/h näherte, war die Sorge um die Schule mit ihren Lehrern und Kindern groß. Würde das Gebäude der Wucht des Wirbelsturms und den Starkregenfällen trotzen können? „Wir hatten drei Tage nichts von unseren Partnern aus Haiti gehört, berichtet Jürgen Schmitt. „Telefon und Internet waren nicht verfügbar, wir haben Schlimmes befürchtet“. Doch dann die erlösende Nachricht: Die Schule hat den Hurrikan ohne große Schäden überstanden. Dank der stabilen Bauweise konnte Matthew keine Gebäudeschäden anrichten. Sogar das Dach blieb dicht und die Photovoltaikanlage liefert weiterhin zuverlässig Strom – ein kleines Wunder. Anders sieht sie Lage für die Bevölkerung im Umfeld der Schule aus. Zahlreiche Behausungen haben Dächer und Wände verloren oder wurden den Hang hinabgeschwemmt. „Viele Menschen haben während des Sturmes in der Schule Schutz gefunden“, teilt der Schulleiter mit. „Unter den Familien, die mit ihren Kindern ihr Notquartier in den Klassenzimmern aufgeschlagen haben, ist auch ein wenige Tage altes Baby. Man mag sich gar nicht vorstellen, was aus diesen Menschen geworden wäre, wenn sie nicht in die Schule hätten flüchten können. Ihre Unterkünfte wurden einfach weggeschwemmt“, so Dr. Klaus Winter. Nun gilt es, den Menschen in Haiti schnell zu helfen, bevor Wasser- und Lebensmittel knapp werden. Internationale Hilfsorganisationen befürchten bereits den Ausbruch der Cholera. Das HDZ hat daher seinen Partnern 20.000 Euro Soforthilfe zum Kauf von Reis, Öl, Bohnen und dem Wiederaufbau der Häuser zur Verfügung gestellt. Weitere Mittel sind dringend notwendig. „Wir können natürlich nicht dem ganzen Land helfen“, so Dr. Winter, „fühlen uns aber für die Kinder und Familien im Einzugsgebiet unserer Schule verantwortlich. „Daher bitten wir - gemeinsam mit der BZÄK - um Unterstützung für Haiti! „Bitte helfen Sie!“

 

Spendenaufruf!

Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte, Göttingen

Spendenkonto: Deutsche Apotheker-Ärztebank
IBAN: DE28 3006 0601 0004 4440 00

BIC: DAAEDEDDXXX

Verwendungszweck: Haiti

Durch Bildung die Rückkehr erleichtern

Schul- und Großprojekt im Libanon soll Flüchtlinge heimatnah auffangen

 

Aug 2016: Eine Umfrage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge widerlegt jetzt, was in den Medien oft vorschnell behauptet wird – nämlich, dass Flüchtlinge, die nach Europa strömen, meist ungebildet sind und viele nie eine Schule besucht hätten. Die Befragung des Bundesamtes unter 105.000 Asylsuchenden ergab ein ganz anderes Bild: Von den Befragten aus verschiedensten Herkunftsländern gaben 16,6 Prozent an, sie hätten eine Universität oder Fachhochschule besucht, 17,5 Prozent ein Gymnasium. Von den 28.000 Syrern gaben 29,9 Prozent zu Protokoll, sie hätten ein Studium absolviert, 25,1 Prozent hatten ein Gymnasium besucht.

 

Dass dies keine aus der Luft gegriffenen Behauptungen sind, belegt ein Blick auf Syrien wie es VOR dem Bürgerkrieg war. Denn fest steht: die meisten Menschen hierzulande sind durch die Medien zwar mit den Problemen der Flüchtlingskrise vertraut, wissen aber über die Herkunftsländer, aus denen die Asylsuchenden stammen, recht wenig.  So zählte Syrien vor dem Bürgerkrieg durchaus zu den höher entwickelten Ländern im Nahen Osten. Es existierte ein relativ breites Bildungssystem, das viele Bevölkerungsgruppen erreicht hatte. Verschiedene Religionen, Konfessionen und Ethnien, darunter Araber, Kurden, Sunniten, Schiiten und Christen lebten hier lange konfliktfrei zusammen innerhalb gemeinsamer Grenzen. Manche Teile der Bevölkerung standen eher den modernen westlichen Gesellschaften nahe, andere waren in orientalischen Traditionen verwurzelt. Man sprach von einer „Mosaikgesellschaft“. Der Bürgerkrieg hat alles zerstört. Auslöser war ein friedlicher Protest im Zuge des Arabischen Frühlings Anfang 2011, der zum bewaffneten Konflikt eskalierte. Die ursprüngliche Motivation der Protestbewegung – die Demokratisierung Syriens zu erreichen – spielte seitdem nur noch eine geringe Rolle. Stattdessen trat der unerbittliche Kampf verschiedener Organisationen aus religiösen und politischen Gründen in den Vordergrund. Die Folge: Mehr als vier Millionen Menschen sind auf der Flucht, etwa die Hälfte davon sind Kinder. Viele der Familien möchten ihr Land eigentlich gar nicht verlassen, sehen aber keinen anderen Ausweg als die Flucht ins Ausland, da ihre Häuser in Trümmern liegen, keine Infrastruktur mehr existiert und auch kein Bildungssystem. Ein Teil von ihnen sucht zunächst Schutz im Nachbarstaat Libanon. Und genau hier setzt ein Projekt an, das vom HDZ unterstützt wird. Es liegt in Rayak, einer Stadt im Osten des Libanon. In Rayak existiert eine christliche Mehrheit der Melkitisch Griechisch-Katholischen Kirche. Es gibt ein Krankenhaus, Schulen und einen Flughafen der libanesischen Luftwaffe. Die St. Anne Schule in Rayak wird von der Melkitisch Griechisch-Katholischen Kirche als regionale Bildungseinrichtung betrieben. Zurzeit werden dort ca. 300 Schüler unterrichtet. Die unterschiedlichen Gebäude sind in einem teilweise baufälligen Zustand. Das gesamte Gelände bietet aber erhebliche Ausbaumöglichkeiten. Mit Hilfe von Spendengeldern soll jetzt das Schulgebäude mit Nebengebäuden in Stand gesetzt werden, damit 300 Flüchtlingskinder dort eine schulische Ausbildung erhalten können. Die Kosten hierfür belaufen sich auf US $ 125.000.-. Außerdem ist geplant, auf dem benachbarten ehemaligen Militärgelände, mittels internationaler Hilfe ein Ausbildungszentrum für Menschen aufzubauen, die in Folge des Krieges heimat- und obdachlos geworden sind. Beide Projekte sollen einen Beitrag dazu leisten, Flüchtlinge vor Krieg und Terror heimatnah aufzufangen und die Chancen ihrer Rückkehr in das Heimatland bei Wegfall der Fluchtgründe zu ermöglichen und zu erleichtern.

Reise nach Jerusalem

HDZ unterstützt Hospiz-Klinik in der Heiligen Stadt

Aug 2016: Es gibt Städte auf der Welt, die eine besondere Magie ausstrahlen. Jerusalem ist zweifellos eine solche Stadt. Sie wurde vor rund 5.000 Jahren von König David gegründet und liegt heute in Israel. Jede der drei Weltreligionen verbindet mit ihr ein wichtiges Ereignis. Aber nicht nur für Gläubige aus aller Welt, auch für das HDZ hat Jerusalem große Bedeutung, denn hier war auch der Standort des ersten Leprahospitals des Lazarus Ordens vor ca. 1.000 Jahren. Und da das HDZ u.a. offizieller Partner der Großballei Deutschland des Lazarus Ordens und der Deutschen Lazarus Stiftung ist, liegt es nahe, auch dortige Hilfsprojekte zu unterstützen. Eines dieser Projekte ist das St. Louise-Hospital in Jerusalem. In dem Hospiz leben sterbenskranke, meist alte Menschen - Christen, Muslime und Juden – unter einem Dach. Sie können zuhause nicht mehr von ihren Angehörigen betreut werden oder haben keine Verwandten mehr. 30 Ordensschwestern und 40 VolontärInnen aus unterschiedlichen Ländern pflegen und begleiten die rund 60 Patienten auf ihrem letzten Lebensabschnitt. Verständigungssprachen sind Englisch, Russisch, Deutsch, Israelisch und Arabisch. Was angesichts des bestehenden Nahost-Konflikts fast unglaublich scheint, hier funktioniert es: Toleranz, Mitgefühl und Fürsorge stehen im Vordergrund – Herkunft und Glaubensfragen sind nebensächlich. Damit decken sich die Ziele des Projekts sehr genau mit denen des HDZ. Denn die Stiftung ist u.a. gegründet worden, um Krankheit und Not zu lindern und Menschen zu helfen, die sich selbst nicht mehr helfen können. Ein Schwerpunkt liegt auf der Lepra-Hilfe. Das HDZ tritt dabei weltweit für einen schrankenlosen Umgang zwischen Behinderten und Nichtbehinderte, Gesunden und Kranken, alten und jungen Menschen ein – unabhängig davon, welcher Konfession sie angehören, welche Hautfarbe sie haben und woher sie stammen. Dr. Klaus Winter besuchte im Juni diesen Jahres das Hospital, um die HDZ-Großküche im St. Louis French Hospital feierlich einzuweihen, für deren Bau die Stiftung 50.000€ von den erforderlichen 80.000 Euro bereitgestellt hat. Er war begeistert von der Atmosphäre: „Alle strahlten eine Fröhlichkeit aus“, berichtet er. „Das Miteinander zwischen Patienten und Mitarbeitern ist so familiär und liebevoll, das hat mich sehr beeindruckt und berührt.“ Ebenso würdevoll wie die Unterbringung der Patienten verlief auch die Einweihungsfeier, an der auch zahlreiche Gäste und hochrangige Würdenträger teilnahmen. Gegründet wurde das Hospital bereits 1889 – dass es auch künftig weiter bestehen bleibt und ausgebaut wird, dafür wird das HDZ sich weiter einsetzen.

Zahnhygieneprogramm in den Slums von Argentinien

Apotheker ohne Grenzen und HDZ arbeiten Hand in Hand

Aug 2016: Das Gesundheitszentrum Nr. 16 Villa Zagala - in dem die Apotheker ohne Grenzen e.V. Deutschland mit Unterstützung der Stiftung HDZ arbeiten, ist eines von 19

Gesundheitszentren und 3 Krankenhäusern, die es im argentinischen Distrikt General San Martín in der Provinz Buenos Aires gibt. Es liegt in einem der vielen Elendsviertel. Seit zwei Jahren läuft dort das Projekt „Zahnhygiene Mutter-Säugling“. Es richtet sich speziell an Mütter mit Kindern aus ärmsten Verhältnissen. In das Zentrum gehen die Frauen meist nur, wenn es um Schwangerschaftskontrolle geht. Diesen Umstand nutzen die Projektmitarbeiterinnen, um sie über Zahngesundheit aufzuklären, Karies zu behandeln oder Gesundheitskontrollen durchzuführen. Die Menschen aus den Elendsvierteln sind auf ein funktionierendes Gesundheitszentrum angewiesen, in dem sie kostenlos behandelt werden können, denn sie leben ohne Krankenversicherung und ausreichendes Einkommen. Aktuelle Fotos und Berichte, die das HDZ kürzlich erreichten, dokumentieren erneut den Projekterfolg. Sie zeigen die Zahnhygienearbeit mit den Erstklässlern einer Primarschule. Man sieht fröhliche Kinder, die mit Plaquefärbetabletten und Spiegel erstaunt ihre Zähnchen begutachten und anschließend richtig Zähneputzen lernen während gleichzeitig junge Mütter über die Zahnhygiene bei Babys informiert werden. Dank der finanziellen Unterstützung aus Deutschland ist das Gesundheitszentrum im Hinblick auf die Zahnhygienearbeit inzwischen so gut ausgerüstet, dass es mit fast 500 Kindern von 2 Grundschulen und einem Kindergarten arbeiten kann.

Dem „Fluch der Götter“ entgegenwirken

Durch medizinische Fortbildungen den Umgang mit Lepra verbessern

Aug 2016: Indien mag eine aufstrebende Wirtschaftsmacht sein – dennoch erkranken

in dem Land jedes Jahr 130.000 Menschen an Lepra. Gleichzeitig haftet der Krankheit noch immer ein Stigma an: Für Hindus ist Lepra ein "Fluch der Götter", der beweist, dass der Betroffene einen schwerwiegenden Fehler begangen haben muss und somit die Krankheit verdient. Die Folge: Lepra-Kranke werden wie Aussätzige behandelt, verstoßen, ins soziale Abseits gedrängt und oftmals in Lepra-Kolonien abgeschoben. Nur durch Aufklärung kann langfristig ein Umdenken stattfinden. Daher unterstützt das HDZ im Rahmen des Bombay Lepra Projekts auch Fortbildungen für Ärzte und Klinikpersonal an indischen Krankenhäusern. Denn: Lepra ist nicht nur eine gefürchtete, sehr alte Krankheit (die bereits in der Bibel erwähnt wurde), sie ist auch eine Infektionskrankheit wie jede andere, die durch Bakterien hervorgerufen wird und behandelbar ist. Doch selbst nach einer Heilung werden Betroffene häufig noch als „Unberührbare“ klassifiziert und gemieden. Ängste und Stigmatisierung mögen auch Gründe dafür sein, dass das Thema bei medizinischen Fortbildungen noch immer viel zu selten auf dem Programm steht. Doch auch dies ändert sich langsam. So fand im renommierten Reliance Foundation Hospital in Mumbai erst kürzlich ein Seminar zu diesem Thema statt. Dr. Nina Madnani, Ärztin für Hauterkrankungen am Klinikum, erläuterte die Möglichkeiten für einen besseren Umgang mit Lepra. Gleichzeitig drückte sie ihre Besorgnis über die steigende Zahl von Neuerkrankungen aus und wies darauf hin, dass die Behandlung von Lepra-Patienten eine große Herausforderung für Kliniken darstellt. Dr. V. Pai, Director BLP, beleuchtete in seinem Vortrag speziell die Lage in Bombay, die klinischen Probleme und wie diese bewältigt werden können. Er betonte, wie wichtig es sei, dass Ärzte aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenarbeiten, um Lepra möglichst frühzeitig diagnostizieren und behandeln zu können. Ähnliche Fortbildungen fanden in diesem Jahr auch im Bhakti Vedanta Hospital und anderen Kliniken statt. An den gut besuchten Veranstaltungen nahmen sowohl Ärzte als auch Studenten und Klinikmitarbeiter teil.

Lernen ohne Angst vor Hunger und Gewalt

In der Enyiduru-Schule trägt Bildung zur Befreiung bei

Juli 2016: Auf den ersten Blick ist die Enyiduru-Projektschule nur eine ganz normale Schule in einer kleinen Provinzstadt in Nigeria. Doch die hohen mit Stacheldraht versehenen Schutzmauern, die das Schulgelände umgeben, lassen erahnen, dass sie eben doch keine „ganz normale“ Schule ist – für Schüler, Lehrer und Mitarbeiter ist sie vielmehr ein Ort der Zuflucht und Geborgenheit in einer unsicheren Welt. An der Enyiduru-Schule werden Kinder aus ärmsten Verhältnissen unterrichtet. Hier ist Leben möglich – ohne Lügen, ohne Stehlen, ohne Korruption, ohne Diskriminierung, ohne Gewalt. In dieser Atmosphäre macht das Lernen Spaß. Dass dies möglich ist, verdankt die Enyiduru-Schule auch dem HDZ. Die Stiftung unterstützt das „Enyiduru Projekt Nigeria e.V.“ seit Jahren. Über 120.000 Euro hat die Stiftung bereits in die Ausbildungsstätte investiert, in der bis heute auch Unterricht in Zahnpflege auf dem Lehrplan steht. Das Geld floss u.a. in den Bau des Schulgebäudes, die neue Toilettenanlage, den Speisesaal und die Schutzmauer. Welche Bedeutung die Schule bis heute hat, beschreibt Birgitta Schneider, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins: „Einen gesicherten Ort in einem Umfeld zu finden, in dem Angst ein ständiger Begleiter ist, ist von unschätzbarem Wert“, sagt sie. „Erst neulich wurde das kleine Restaurant, das sich gegenüber der Schule befindet, nachts von sechs bewaffneten Männern überfallen. In solchen Situationen gibt es keine Hilfe, weder von der Polizei noch von Nachbarn. Die Menschen sind der Gewalt schutzlos ausgeliefert“. Birgitta Schneider erzählt auch, dass vermehrt Eltern, die aus dem Norden des Landes vor der Terrormiliz Boko Haram geflüchtet sind, um die Aufnahme ihrer Kinder in der Schule bitten. „Neulich kam ein Polizist zu uns, der seine beiden Söhne anmelden wollte“, sagt sie. „Er beklagte, dass in seinem Lande alles von Korruption bestimmt sei, er selbst auch. Seine Kinder sollten aber eine andere, bessere Erziehung bekommen, damit sie später das Land verändern könnten“. Den Grundstein hierfür legte Priester Dr. Boniface Amu 1996 mit der Vereinsgründung und dem Motto: „Bildung ist Freiheit“. Die Schüler und Schülerinnen haben seine Botschaft verstanden. Sie gehören regelmäßig zu den Klassenbesten, wenn sie auf weiterführende Gymnasien oder Internate gehen, für die sie das Schulgeld erhalten.

Spende für Kinderspielstube in Notunterkunft

DRK-Kreisverband Münster freut sich über Unterstützung für Flüchtlinge

Juni 2016: Der Lazarus-Orden, Großballei Deutschland und das HDZ unterstützen die Betreuung für Flüchtlingskinder in der Kinderspielstube der Notunterkunft Wartburgschule in Münster. Sie finanzierten die neue Einrichtung der Spielstube mit kindergerechten Möbeln und Spielgeräten. Ich freue mich, dass wir die Arbeit des DRK hier vor Ort mit unserer Spendefördern können“, berichtet Richard Wagner, Kommendator der Kommende Rheinland des Lazarus-Ordens. Gemeinsam mit Professor Dr. Joachim Gardemann, Hospitalier des Großpriorats sowie Leiter des Kompetenzzentrums Humanitäre Hilfe an der Fachhochschule Münster, übergab er die Möbel und Spielgeräte an Anne Westendorf, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie beim DRK-Kreisverband Münster. „Die neuen Möbel sind ein sehr wertvoller Beitrag, damit sich die Kinder bei uns wohl fühlen“, erklärt Westendorf. „Herzlichen Dank an Professor Gardemann, der sich regelmäßig mit seiner Kompetenz und Menschenfreundlichkeit einbringt.“ Als Kinderarzt bietet Gardemann, der schon viele Male für das Deutsche Rote Kreuz in Auslandseinsätzen war, in der Notunterkunft ehrenamtlich wöchentliche Sprechstunden für Familien mit Kindern an.

Nina Heckmann, DRK

Kleine Dinge mit großer Wirkung

Schulbedarfsartikel für Kinder aus ärmsten Familien auf den Philippinen

Juni 2016: Das Glück, zur Schule gehen zu dürfen, ist leider nicht jedem Kind auf dieser Welt vorbehalten. Auch auf den Philippinen haben Familien aus armen sozialen Schichten es schwer. Viele leben in entlegenen

Regionen am Meer oder in den Bergen, wie zum Beispiel auf der Insel Leyte, und verdienen ihren spärlichen Lebensunterhalt als Kleinbauern oder Fischer. Selbst Eltern, die ihre Kinder gerne zur Schule schicken würden, können es sich oftmals nicht leisten, sie mit dem Nötigsten auszustatten: Ein Rucksack, Kugelschreiber, Notizblöcke, Farbstifte…Dinge, die hier selbstverständlich sind – auf den Philippinen sind es Luxusgüter. Daher unterstützt das HDZ dort ein Kinder-Hilfs-Projekt, von dem jetzt 255 Schulkinder aus unterschiedlichen Altersklassen profitierten. Sie wurden, erst einmal für den Zeitraum von einem Jahr, mit allem ausgestattet, was man zum Lernen benötigt. Zudem erhalten die Eltern Unterstützung in Form von Seminaren und Trainings, um ihr Bewusstsein für die Bedeutung von Schulbildung zu wecken.

Immer noch 30.000 Flüchtlinge in Griechenland

Vom HDZ unterstützte mobile Basisgesundheitsstation leistet wertvolle Hilfe

Juni 2016: Immer noch harren auf den griechischen Inseln und dem Festland rund 30.000 Flüchtlinge aus, die auf Hilfe angewiesen sind. Das Deutsche Rote Kreuz leistet weiterhin vor Ort humanitäre Hilfe: Neben zwei Gesundheitsstationen bieten Ärzteteams nun auch in „Arztpraxen auf vier Rädern“ medizinische Hilfe an. „Wir fahren mit den mobilen Einheiten in Flüchtlings-camps, in denen es noch keine etablierte Gesundheitsversorgung gibt. In der vergangenen Woche konnten wir so mehr als 350 Patienten versorgen, darunter auch einige, die zuvor in dem spontanen Camp in Idomeni gelebt hatten“, sagt Dr. Rose Ansorge, die als Ärztin für das DRK im Griechenlandeinsatz ist. "Mit diesen Fahrzeugen, die mittels eines Vorzeltes und weiterer Spezialausstattung als kleine mobile Behandlungseinheiten eingesetzt werden, können wir flexibel Einsatzorte ansteuern und Hilfe leisten“, sagt Dr. Ansorge. Seit bereits drei Monaten betreibt das internationale Team vom Deutschem und Finnischem Rotem Kreuz seine – vom HDZ unterstützte – Basisgesundheitsstation an den beiden Standorten Nea Kavala und Cherso und sichert so die Gesundheitsversorgung von insgesamt rund 8000 Bewohnern der

beiden Camps. Wöchentlich werden an beiden Standorten zusammen mehr als 1000

Flüchtlinge medizinisch versorgt. Voraussichtlich bis Ende dieses Jahres soll der Betrieb nun verlängert werden. „Zum jetzigen Zeitpunkt kann niemand sagen, wie lange die Geflüchteten noch in Griechenland bleiben. Aber klar ist, dass sie weiter medizinische Hilfe benötigen“, sagt Ansorge. „Die Menschen haben verschiedene Beschwerden: vielfach unversorgte oder schlecht verheilte Wunden, aktuell aber auch Augeninfektionen und Infektionen der oberen Atemwege. Viele Patienten haben auch psychosoziale Probleme. Dann wird ein speziell dafür ausgebildeter Helfer hinzugezogen und führt sowohl Einzel- wie auch Gruppenberatung durch“, sagt Ansorge.

(Text: DRK/Foto: Rene Schulthoff, DRK)

Es gibt viel zu tun – packen wir´s an!

Ein Kurzüberblick über das was ansteht

JUNI 2016 - Die Arbeit im Hilfswerk wird nicht

weniger – im Gegenteil. Das Team hat alle Hände voll zu tun, um Menschen in ganz unterschiedlichen Regionen der Welt, in denen Gewalt, Not und Armut herrscht, helfen zu können. Bis Mitte Mai hat das HDZ bereits Projekte im Wert von 250.000 Euro unterstützt und die Arbeit geht weiter. Oftmals sind es nur kleine Dinge, die geregelt werden müssen, dennoch sind sie mit zeitaufwändiger Bürokratie verbunden. Beispiel Burkina Faso: Im Januar hat das HDZ eine

Zahnstation, gut verpackt in einem Übersee-Container, in das afrikanische Land versandt. Dort wird sie demnächst von zwei HDZ-Monteuren mit Hilfe des SES aufgestellt. Nur für diesen Vorgang waren im Vorfeld zähe Verhandlungen und viel ehrenamtliche Schreibarbeit notwendig, um Kosten zu sparen und das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Dem steht nun nichts mehr im Wege. Auch hier in Deutschland ist das HDZ in der Flüchtlingsarbeit tätig. So besucht eine ehrenamtliche HDZ-Mitarbeiterin regelmäßig das Flüchtlingslager Friedland bei Göttingen und hält Zahnprophylaxe-Seminare für Kinder und Mütter. In Münster hat das HDZ in ein Auffangheim kindgerechte Möbel und Spielzeug für eine medizinische Erstuntersuchungsstation für Flüchtlingskinder geliefert. Hier, im “Kleiner Prinz”, werden Kinderbehandlungen, Impfungen etc. von einem Arzt und Mitglied des Lazarus-Ordens durchgeführt. Außerdem nimmt in Kürze eine Zahnstation in einer ehemaligen britischen Kaserne in Fallingbostel, die nun die als Flüchtlingsunterkunft dient, ihren Dienst auf. Auch ihre Einrichtung wurde überwiegend aus HDZ-Mitteln finanziert. Und während hierzulande die Flüchtlingshilfe noch auf Hochtouren läuft, werden bereits in einem Auffanglager im Libanon nahe der syrischen Grenze mit Hilfe des HDZ Hygiene-Artikel verteilt. Mitte Juni steht dann ein ganz anderes Projekt im Fokus: das St. Louise-Hospital in Jerusalem. Dort übergibt das HDZ eine gespendete Kücheneinrichtung, damit auch weiterhin jüdische, muslimische und christliche Patienten mit Alterskrankheiten und im Palliativstadium versorgt werden können. Im Juli geht es dann nach Vietnam, wo das HDZ seit Jahren eine Gastronomiefachschule unterstützt und jetzt eine neue Großbäckerei einweiht, die aus Spendenmitteln finanziert werden konnte.

Dies ist nur ein kleiner Auszug aus unseren derzeitigen Aktivitäten. Für diese und viele weitere wichtige Projekte benötigen wir daher weiterhin dringend Ihre Unterstützung!

Mobile Gesundheitsstation erreicht Idomeni

DRK und HDZ unterstützen Griechenland bei der Versorgung der Flüchtlinge

Seit dem 01. Januar diesen Jahres haben über 130.000 Flüchtlinge den gefährlichen Seeweg über das Mittelmeer bewältigt und Griechenland erreicht. Dort suchen sie Schutz vor Krieg und Vertreibung. Täglich kommen weitere 1.300 Menschen hinzu – darunter auch viele Kinder und allein reisende Minderjährige. Etwa 12.000 - 14.000

Flüchtlinge halten sich derzeit im Auffang-lager nahe dem Grenzort Idomeni auf

und warten auf eine Weiterreise in andere Länder. Die Bilder des provisorischen

Zeltlagers, das immer mehr wächst und im Schlamm und Dreck zu versinken droht, gingen um die Welt, die Lage ist angespannt. Die Behörden arbeiten an einer Lösung in Form neuer Auffanglager, auch Umsetzungs- und Rückführungsmaßnahmen sind in Planung. Aber die Zeit läuft davon. Tausende von Flüchtlingen sind bereits ohne medizinische Versorgung. Das Deutsche Rote Kreuz verstärkt daher seine Nothilfeaktivitäten für die Menschen in Idomeni. Für einen Zeitraum von vier Monaten etabliert das DRK eine mobile Gesundheitsstation in der Region. Diese besteht aus drei Fahrzeugen mit medizinischem Gerät und Medikamenten, sowie Fachpersonal für die Versorgung der Menschen. Fahrzeuge und Helfer sind vor wenigen Tagen in Griechenland eingetroffen, die Behandlung der Patienten an den zwei naheliegenden Standorten in Nea Kavala und Cherso läuft bereits auf Hochtouren. Im zweiten Schritt ist die Verteilung lebensnotwendiger Hilfsgüter geplant. Das HDZ unterstützt diese wichtige Aktion mit 50.000 Euro Soforthilfe. Hierzu Dr. Klaus Winter: „Es ist die soziale Verantwortung gegenüber jedem Flüchtling, der uns begegnet, weil er wie wir ein Recht auf Würde hat. So denken wir erst recht als Ärzte in allem, was immer wir tun, an allen Orten, an die wir hingestellt werden, um jedem die notwendige medizinische Hilfe zu bringen.”

Ambitionierte Kochschüler und deutsche Standards

Erste Prüfungsrunde in der Gastronomiefachschule des HDZ in Vietnam

 „Lebe, um zu lernen. Lerne, um zu leben“. Dieses Sprichwort aus dem Volksmund beherzigen gerade 30 Auszubildende im

HDZ-Berufsbildungszentrum im vietnamesischen Ho Chi Minh City (Saigon). Die jungen Leute sind auf dem besten Weg, ihre Ausbildung als Koch/Köchin oder Restaurantfachmann/-frau erfolgreich abzuschließen. Den ersten Meilenstein – die Zwischenprüfung – haben am 18. Januar jedenfalls alle gemeistert. Die Prüfungsinhalte und das -verfahren orientierten sich an deutschen Standards. Die Prüfungsaufsicht lag in der Verantwortung der Kammer der deutschen Wirtschaft in Vietnam, die seit August 2014 mit den Salesianern Don Boscos kooperiert, die das Berufsbildungszentrum mit seiner Gastronomiefachschule leiten. Nach dem Abschluss erhalten die Auszubildenden ein international anerkanntes Zertifikat, das ihnen den Start in ein Berufsleben mit exzellenten Zukunftsperspektiven ermöglicht. In den Prüfungsausschüssen waren Fachleute mit langjährigen Erfahrungen in beiden Bereichen vertreten, darunter Vertreter internationaler Spitzenhotels wie beispielsweise des „Le Méridien Saigon“, oder des „Park Hyatt Saigon. Als prominenten Gast begrüßte das Berufsbildungszentrum an diesem Tag auch den Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft ist. Er wollte sich bei seinem Besuch in Vietnam auch ein Bild über die Arbeit der Salesianer Don Boscos machen und segnete die Auszubildenden nach bestandener Prüfung. Zum Abschluss des erfolgreichen Tages durften dann alle die Leckereien probieren, die die Nachwuchsköche im Rahmen ihrer Prüfung zubereitet hatte.

Mit einem "Koffer voller Hoffnung" in ein besseres Leben

HDZ unterstützt Flüchtlinge auf ganz besondere Art

Friedland – ein kleiner Ort unweit von Göttingen, ist seit den 50er Jahren ein Notaufnahme- und Übergangslager, das für 700 Flüchtlinge ausgelegt ist. Jetzt platzt es buchstäblich aus allen Nähten, denn es sind derzeit dort rund 4.500 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und Irak untergebracht. Das HDZ hat daher im Wert von 12.000 Euro 150 Koffer an hier untergebrachte Familien gespendet. Mit Tüten und Kisten gingen sie los, um ein neues Leben zu beginnen. Nun sind sie besser ausgestattet. Schwangere Frauen, Familien mit kleinen Kindern und Kranke sollten die Trolleys bekommen und auf diese Weise symbolisch einen „Koffer voller Hoffnung“ aus Friedland mitnehmen, wenn sie das Lager wieder verlassen. Die Familien Mammo, Michitaryan, Astorian und Tapanyan waren die ersten, die von der Spende profitierten. Die Jüngste in der Gruppe war die winzige Anna: Vor wenigen Tagen wurde sie im Grenzdurchgangslager Friedland geboren.

Zweites Integrationszentrum für Sinti- und Roma-Kinder eröffnet

Erfolgreiches Pilot-Projekt in Rumänien geht in seine nächste Runde

Im September 2015 wurde ein weiteres Integrationszentrum in Satu Mare für

“Zigeunerkinder” eröffnet, nachdem bereits vor 6 Jahren das erste dieser Art in Carei

vom HDZ übergeben wurde. Hier haben  Roma- und Sinti-Kinder mit den einheimischen Dorfkindern eine Symbiose gefunden. Nicht nur Freizeitgestaltung, sondern auch gemeinsamer Schulbesuch und Berufsausbildung bringen 120 Kinder zueinander. Dabei werden nicht nur Pflichtübungen im täglichen Umgang und in der Hygiene trainiert, sondern auch indirekt den Eltern weitergegeben. Der anfangs sehr skeptische Dorf-Bürgermeister bringt inzwischen täglich eine Mahlzeit und lässt ebenfalls Wasser und Strom kostenlos fließen - schön, dass sich noch Menschen von Nächstenliebe infizieren lassen. Diese Hilfsaktion ist für das HDZ ein ganz besonderes Pilotprojekt, das in der politischen Umgebung große Beachtung findet. Zahlreiche Sozialpädagogen machen hier seit Jahren ihr Praktikum und Studium und schließen es mit einer Diplomarbeit ab.

Neues Zentrum für Kinderarbeiter in Indien

Mit Bildung der Arbeitshölle in den Ziegeleien entfliehen

Die Region Gulbara, im Norden des Bundesstaates Karnataka, gehört zu den heißesten Gegenden des Landes. Infolge der mageren Ernten und Dürrekatastrophen verdingen sich viele als Wanderarbeiter und ziehen dorthin, wo es Arbeit gibt. Vor allem sind es Ziegeleien und Zementfabriken, die den Menschen Hoffnung auf Lohn und Brot machen. Knapp zwei Euro bekommen die Arbeiter für 1.000 fertige Ziegel: ein Hungerlohn. Viele Eltern müssen sich Geld zu Wucherzinsen leihen, um ihre Familie zu ernähren. Die Schulden und die Schuldknechtschaft bringen sie nicht selten in die verzweifelte Lage, ihre Kinder „verkaufen“ zu müssen, um den Kredit abzubezahlen. Ein Kreislauf, der nur mit Hilfe von Bildung durchbrochen werden kann. In Bablad, am Stadtrand von Gulbarga, haben daher die Salesianer Don Boscos mithilfe der beiden Kooperationspartner, dem Hilfswerk Deutscher Zahnärzte und der Stiftung UNESCO, Bildung für Kinder in Not, ein neues Zentrum für Kinderarbeiter gebaut. Hier werden Jungen und Mädchen aufgenommen. Für die Wiedereingliederung in den regulären Schulbetrieb wurde eine sogenannte Brückenschule konzipiert. Auf dem großzügigen Gelände können sie zusammen spielen und Sport treiben und werden für einen normalen Schulbesuch fit gemacht. Sie können hier ein Stück verlorener Kindheit wiederentdecken und sich ein Stück Zukunft sichern.

Einsatz für Spaltkinder in Cajamarca

Reiseeindrücke aus Peru und Bolivien von Stefanie Huter

Das HDZ unterstützt seit langem die Deutsche Cleft Kinderhilfe und erhält daher regelmäßige Berichte über den Stand der einzelnen Projekte. Im September begleitete Stefanie Huter (Foto: rechts) von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Kinderhilfe einen

Operationseinsatz der peruanischen Partnerorganisation Qorito in der Minenstadt

Cajamarca. Lesen Sie wie sie die Arbeit der Ärzte erlebte, welche Einzelschicksale sie besonders bewegt haben und warum sie der Besuch motiviert

hat, sich noch mehr für Spaltkinder stark zu machen…

Einsatz für Spaltkinder in Cajamarca
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Erfolgreiche Prophylaxe-Schulungen auf den Philippinen

Mehr Kinder als geplant profitieren von der Zahnprophylaxe

Eine Verbesserung der Mundgesundheit von Kindern in der Dritten Welt ist eines der Ziele des HDZ. Die Stiftung unterstützt daher auch ein Zahnprophylaxeprogramm auf den Philippinen, das mit der Don Bosco Mission als Projektpartner umgesetzt wird. Im vergangenen Monat wurde das Projekt erneut auf seinen Erfolg überprüft und übertraf die Erwartungen der Projektverantwortlichen.

Ziel ist der Aufbau eines langfristigen zahnmedizinischen Programms, das zu einer Verbesserung der Zahngesundheit von Kinder auf den Philippinen führt. Hierfür werden 70 Frauen und Männer an sieben Standorten auf den Südphilippinen mit Hilfe von ehrenamtlichem Fachpersonal in zahnmedizinischen Behandlungs- und Prophylaxemaßnahmen geschult. Rund 1.400 Kindern und Jugendlichen sollte die Zahnprophylaxe zugute kommen, so die Projektplanung. Bis Anfang September konnte das Programm an sechs Standorten in Negros, Cebu und Davao erfolgreich durch Dr. Klaus de Cassan (HDZ) etabliert werden, 17 neue Volontäre wurden geschult. Bei den Freiwilligen handelt es sich um Männer und Frauen, die bereits in medizinischen Pflegeberufen tätig sind und sich Zusatzqualifikation in der Prophylaxe aneignen möchten. An den Projektstandorten finden regelmäßig Informationsveranstaltungen statt, in denen Kinder und Jugendliche die Bedeutung einer richtigen Zahnpflege erlernen sowie untersucht und behandelt werden. Von den Maßnahmen profitierten bereits 1.746 Kinder. Damit ist die im Vorfeld geplante Anzahl von Behandlungen bereits überschritten worden.

Die Hilfe muss weitergehen

BZÄK und HDZ ziehen erste Bilanz und bitten um weitere Unterstützung

Die Erdbeben im Frühjahr haben in Nepal mehr als 8.600 Menschen das Leben gekostet. Besonders schwer betroffen war und ist die Region um die Hauptstadt Kathmandu. Unterstützt von HDZ und BZÄK versorgen dort die Partner, die Salesianer Don Boscos, die Menschen mit Trinkwasser, Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Medikamenten und Decken und beteiligen sich am Wiederaufbau. Daher bitten BZÄK und HDZ darum, die Hilfe auch in den kommenden Wintermonaten nicht abreißen zu lassen, denn der Wiederaufbau wird noch viel Zeit benötigen. 

Zahnmobil versorgt Patienten in türkisch-syrischen Flüchtlingscamps

HDZ beteiligt sich an Ausstattung und Unterhalt der mobilen Praxis

In Syrien gab es vor dem Krieg ca. 25.000 Zahnärzte und damit eine gute zahnärztliche Versorgung. Dagegen ist die Lage heute katastrophal: Mehr als 60 Prozent der Ärzte und Zahnärzte sind aus dem Land geflohen. Die Kosten für zahnärztliche Materialien sind aufgrund von Inflation und unsicheren Transportwegen auf das Zehnfache gestiegen. Viele Patienten können sich einen Zahnarztbesuch schlichtweg nicht mehr leisten. Unter dem Motto „Wenn wir einem Kind die Schmerzen nehmen können, dann hat es sich gelohnt” wurde das Projekt “Zahnmobil für Syrien” von Dr. Mohammad Alkilzy, Mitarbeiter der Abteilung für Präventive Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde an der Universität Greifswald, ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Menschen in den Flüchtlingscamps eine zahnmedizinische Grundversorgung anzubieten. Mitte April wurde das von verschiedenen Sponsoren ermöglichte Zahnmobil an die türkisch-syrische Grenze gefahren und stationiert. Von dort aus starten seitdem regelmäßig Fahrten in verschiedene Flüchtlingslager, in denen jetzt zahnärztliche Behandlungen sowie Kariesprävention mittels Instruktionen und Motivation zur Mundhygiene angeboten werden. Um das Zahnmobil im Dauereinsatz zu halten, müssen jedoch die laufenden Kosten in Höhe von ca. 1.500 Euro monatlich beglichen werden. Daher sind weitere Spendengelder dringend erforderlich.

Wenn die Chance auf ein glückliches Leben von einer OP abhängt

HDZ unterstützt die Deutsche Cleft Kinderhilfe e.V. erneut mit 20.000 €

Die Deutsche Cleft Kinderhilfe

e.V. hat es sich seit langem zur Aufgabe gemacht, die chirurgische Versorgung von Kindern und Jugendlichen aus armen Verhältnissen zu ermöglichen, die mit

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten gezeichnet sind. Die Patienten stammen meist aus entlegenen Regionen Boliviens. Unbehandelt haben diese Kinder kaum eine Chance im Leben. Schwerwiegend sind die funktionalen Defizite, wie Trink- und Schluckstörungen, oftmals sind auch die Gehör- und Sprachentwicklung beeinträchtigt. Die Folgen sind Unter- bzw. Mangelernährung, schwere Gehördefizite und Sprachbehinderungen. Aufgrund ihrer Missbildung werden die Kinder von den Eltern vor der Öffentlichkeit häufig versteckt, oder im schlimmsten Fall sogar ausgesetzt. Die Operationen werden in entlegenen Provinzkrankenhäusern von Dr. Mario Villalba durchgeführt. Vorab informiert er mit Hilfe von Plakaten die Bevölkerung über die Termine der kostenlosen OPs. Im Förderzeitraum von Juli 2015 bis Juli 2016 wird das Chirurgenteam etwa 100 OPs durchführen, sowie 60 Operationen von Dr. Alberto Bardales. Auch die kleine Maelna Sauza konnte dieses Jahr erfolgreich operiert werden. Von der schlimmen Missbildung ist heute so gut wie nichts mehr zu sehen. Damit vielen anderen Kindern auch dieses Glück beschert wird, unterstützt das HDZ seit Jahren die Dt. Cleft Kinderhilfe. Mit finanzieller Unterstützung in Höhe von 20.000 Euro ist und bleibt das HDZ der wichtigste Förderer in Bolivien.

Prävention wird groß geschrieben

HDZ – Zahnprophylaxe in Buenos Aires läuft weiter

Das HDZ praktiziert sein

zahnärztliches Präventionsprogramm auch in Argentinien. Zusammen mit Apotheker ohne Grenzen e.V. wird diese Arbeit in den Slums von Buenos Aires von der Apothekerin Frau Dr. Carina Vetye-Maler intensiv umgesetzt. In einem Schreiben berichtet sie, welche Maßnahmen für 2015 vorgesehen sind.

Stromversorgung mit Hindernissen im Himalaya

HDZ unterstützt Installation von Solaranlagen in Nordindien    

Der Ort Linghshed im nordindischen Ladakh

liegt zwischen den Gebirgsketten des Himalaya und des Karakorum auf fast 5000m Höhe. Seit Jahren sind die „Ladakhpartners-Partnership Local Doctors“ dort zahnmedizinisch tätig. Sie arbeiten eng mit Naturheilern (Amchis) zusammen, vermitteln ihnen Grundwissen und zeigen ihnen wichtige zahnmedizinische Handgriffe. Auch das HDZ ist dort aktiv. Gemeinsam bemühen sich die Partner auch um eine Verbesserung der Infrastruktur und Lebensbedingungen in der abgelegenen Hochgebirgsregion. Diese ist dringend notwendig, um einer weiteren Abwanderung der Menschen vorzubeugen. Doch jedes Projekt stellt eine Herausforderung dar. Allen Widrigkeiten zum Trotz ist es aber erst kürzlich wieder gelungen, ein Projekt erfolgreich zu realisieren: Die Amchiklinik in Linghsed sollte mit einer 1,5 KW Solaranlage und das Lingshed School Hostel mit einer 5,5 KW Anlage versorgt werden. Die Anlage wurde in Leh gekauft und musste bis nach Linghshed transportiert werden. Bis zum Skupa la Pass war die Straßentrasse mit dem Auto befahrbar, doch der restliche Weg war nur mit Hilfe eines Pferde-Wagens zu meistern. Problem war jedoch, dass die Flüssigbatterien zu schwer für einen Pferdetransport waren. So wurde die Säure kurzerhand in Kanister umgefüllt und separat transportiert. In einem Tagesmarsch brachten die Pferde die wertvolle Fracht schließlich unbeschadet an ihr Ziel. Schüler, Lehrer und Klinikpersonal waren begeistert und unendlich dankbar für diese kleine Verbesserung der Lebensqualität. Das Leuchten der Lichter in Linghsed hat aber auch einen symbolischen Wert.

Ausbildung statt Abschiebung

HDZ unterstützt junge Flüchtlinge bei ihrem Neuanfang in Deutschland

Wer aus Furcht vor Kriegen, Armut oder politischer Verfolgung nach Deutschland flüchtet, landet meist erst einmal in einer der vielen Flüchtlingsunterkünfte. Dort ist das Leben zwar sicher, aber keineswegs leicht. Vor allem junge Menschen leiden sehr in den Notunterkünften. Es gelingt ihnen nur schwer, in Deutschland Fuß zu fassen, die Sprache zu lernen, eine Ausbildung zu machen, oder Kontakte mit gleichaltrigen Deutschen zu knüpfen. Der Verein AsA hat sich diesem Problem angenommen. Unter dem Motto: „Ausbildung statt Abschiebung“ leitet Ehrenvorsitzender Pater Karl Oerder gemeinsam mit Geschäftsstellenleiterin, Carmen Martinez Valdes und den Vorstandsmitgliedern Karin Ahrens, Astrid Krampe und Sabine Torke den Verein. Ziel ist es, den Flüchtlingen nicht nur dabei zu helfen, „anzukommen“, sondern auch „angenommen zu werden“. Nur so ist eine langfristige Integration möglich. Das HDZ unterstützt den Verein seit Jahren, um den Jugendlichen den Start in ein neues Leben zu erleichtern. Wie wichtig diese Hilfe ist, zeigt der Kommentar eines jungen Flüchtlings. Waseem Daulatzai ist als Minderjähriger vor zweieinhalb Jahren aus Afghanistan eingereist. Er sagt, er komme aus einem Land, in dem sich Muslime gegenseitig umbringen. Nun sei er bei AsA in Bonn angekommen und hier auf Menschen getroffen, die in einem christlichen Land im Sinne des Islam anderen Menschen helfen. Diese Worte haben die Verantwortlichen des Vereins und auch Dr. Klaus Winter sehr nachdenklich und betroffen gemacht.

Häuser für die “Armen vom Kanal” sind bezugsfertig

HDZ und Gawad Kalinga e.V. unterstützen Dorfbauprojekt in Zusammenarbeit mit der Ateneo de Manila-Universität auf den Philippinen

Romelle Navarro gehört zu denjenigen fünf Familien, die es geschafft haben – er ist jetzt Hausbesitzer. Bisher lebte er in einer Notunterkunft an einem Bewässerungskanal in der philippinischen Stadt Cabiao. Eigentlich ist er Farmer, besitzt aber kein eigenes Land. Seine Frau und die zwei Kinder hielt er bisher mit Gelegenheitsjobs über Wasser, so wie es die meisten der 75 Familien vom Kanal tun. Seit 2013 sind sie jedoch Teil eines Projekts, dessen erste Schritte jetzt mit finanzieller Unterstützung des HDZ und des Vereins Gawad Kalinga e.V. in Zusammenarbeit mit der Ateneo-Universität erfolgreich realisiert werden konnte. Langfristiges Ziel ist es, ein weiteres Gawad-Kalinga-Dorf zu errichten und alle Familien vom Kanal dorthin umzusiedeln. Die Bürgermeisterin des Dorfes, Mayor Congco, stellte für das Projekt ein Grundstück zur Verfügung. Örtlicher Projektträger und Hauptsponsor ist die Ateneo de Manila-Universität. Daneben unterstützen das HDZ und der gemeinnützige Verein Gawad Kalinga e.V. von Cornelia und Peter Scheid das Projekt. Derzeit ist der Bau von 14 Häusern geplant, an deren Finanzierung sich das HDZ mit 14.000 € beteiligte. Um in dem GK-Dorf ein eigenes Haus zu erhalten und von den sozialen Strukturen und umfassende Resozialisierungsmaßnahmen profitieren zu können, müssen die Familien aber zuvor 100 Arbeitstage Eigenleistung erbringen. Auf diese Weise greift das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ und die Wirkung ist nachhaltig. Fünf Familien haben diese Aufgabe bereits bewältigt und durften im Dezember ihre eigenen vier Wände beziehen. Die farbenfrohen, 30qm großen, zweistöckigen Häuser sind ein Symbol für den Neuanfang und ein besseres Leben. Freude und Stolz bei der feierlichen Schlüsselübergabe waren daher riesengroß.