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Bewegende Schicksale – HDZ-Lepra-Hilfe

Das Engagement des HDZ reicht weit – in diesem Fall bis nach China. Denn dort kämpft eine Partnerorganisation des HDZ – die Don Bosco Mission – seit Jahren gegen einen gemeinsamen Feind: die Lepra.

 

 

Salesianer-Pater Roberto Tonetto hat in den vergangenen Jahren in den Provinzen Guangdong und Yunnan auch mit Hilfe des HDZ eine gut funktionierende Leprahilfe aufgebaut, die nicht nur das Monitoring von Neuerkrankungen und die Behandlung von Akut-Patienten umfasst, sondern auch die Versorgung der Lepra-Kranken mit Spezialschuhen und Prothesen, die in einer eigenen Werkstatt hergestellt werden. Inzwischen betreut der Orden 44 Dörfern mit rund 3 000 Leprakranken. Pater Roberto arbeitet mit mehreren Krankenhäusern zusammen, die auch die notwendigen Amputationen durchführen. Die Kosten dafür werden aus Spendengeldern finanziert. Ein Ausbau der Leprahilfe in der Provinz Yunnan läuft derzeit, denn dort ist vor allem die ethnische Minderheit der Miao von Lepra betroffen. Die Miao sind Halbnomaden, die in armen, entlegenen Regionen leben und meist nur durch lange Fußmärsche zu erreichen sind. Geplant ist, dass drei Krankenschwestern eine Zeit lang bei ihnen leben, um die Kranken versorgen zu können. 

 

Durch diese und andere Aktivitäten versuchen die HDZ-Partner trotz Corona-Restriktionen die Arbeit mit den Lepra-Kranken aufrecht zu erhalten. Vor Weihnachten konnten sie immerhin 35 Dörfer besuchen und wurden dabei wieder mit berührenden Einzelschicksalen konfrontiert. So berichtet Pater Tonetto von Herrn Guoping, einem Mann in den Sechzigern, der gleich mehrere Schicksalsschläge hinnehmen musste: Sein Fuß wurde durch die Lepra deformiert und musste amputiert werden, sein Sohn ist nierenkrank und benötigt seit über zehn Jahren Dialyse. Zudem wurde sein Neffe von einem Motorrad angefahren, wodurch er fast erblindete. Und zu allem Übel bildete sich am Stumpf des Beines von Herrn Guoping auch noch ein Eiterbeutel, der das Tragen einer neuen Prothese unmöglich machte und eine zweimonatige Behandlung im Krankenhaus erforderte – eine Behandlung, die er sich selbst niemals hätte leisten können.

 

Ebenso tragisch ist das Schicksal von Herrn Zhang. Er ist 73 Jahre alt und von der Lepra bereits gezeichnet.  Er lebt ganz allein in einer Hütte mitten auf den Litschifeldern. Als Pater Tonetto ihn besuchte und seine Wunde sah, war schnell klar, dass nur eine Amputation ihm noch helfen konnte. Zwei Tage später wurde er bereits operiert. Als Pater Tonetto ihn einige Zeit danach in der Klink besuchen wollte, erfuhr er, dass er sich bereits selbst entlassen hatte. Zufällig traf er ihn auf einer Bank im Krankenhauspark sitzend. Auf die Frage, warum er früher gegangen sei, antwortete er, dass er das Geld für die Unterbringung sparen wolle, damit er auch anderen helfen könne, die noch weniger hätten als er. Um auch kein Geld für das Motorradtaxi ausgeben zu müssen, war Herr Zhang zudem mit dem Fahrrad in die 20 Kilometer entfernte Klinik gekommen und gönnte sich nun auf der Parkbank eine Pause vor der beschwerlichen Rückfahrt. So viel Willenskraft machte die Ordensbrüder sprachlos.