Mongolei

Projekt: Zahnstationen, Provinzen Bayankhongor, Selenge und Zentral-Provinz

Projektpartner: GIZ, Projektleiter Dr. Wolf Wagner

Maßnahmen: 

  • eine Dentaleinheit Bayankhongor, Bayankhongor Provinz
  • eine Dentaleinhait für Hutul Sum, Selenge Provinz
  • eine Dentaleinheit in Zoonmod, Zentral-Provinz

Projekt: Ausstattung von 10 „Maternity Waiting Homes“ (MWH) in Gesundheitszentren

Projektbeschreibung: 
Hausentbindungen ohne professionelle Hilfe sind in der Mongolei meist Notfallentbindungen mit einem erhöhten Risiko für Muttersterblichkeit, die z. Zt. 145 pro 100.000 Lebendgeburten beträgt (zum Vergleich: Mitteleuropa ~ 42/100.000). Um den Schwangeren die rechtzeitige Anreise zur fachassistierten Entbindungen in einem Krankenhaus zu ermöglichen, waren zu sozialistischen Zeiten sogenannte „Maternity Waiting Homes“ (MWH) in der Nähe der Landkrankenhäuser eingerichtet, wo Frauen in Ruhe den Entbindungstermin abwarten konnten. Die durchschnittliche Anreise beträgt nach wie vor ca. 40 km, in Einzelfällen bis zu 100 km, und erfolgt in der Regel zu Pferd. 
Mit der politischen und ökonomischen Wende 1990 und dem kurzzeitigen Rückgang der Geburtszahlen wurden in den nun nicht mehr zentral gesteuerten Landkrankenhäusern die MWH aufgelöst und das Mobiliar umverteilt. Während der beiden Kältewellen (Dzud) in den Wintern 2000/2001 und 2001/2002 konnten wegen der Extremtemperaturen von unter 50° C, wegen der Schneeverwehungen und des Verlusts an Transporttieren viele Entbindende die Krankenhäuser nicht mehr rechtzeitig aufsuchen. Die Müttersterblichkeit stieg in diesen Wintermonaten wieder an. 
Das Projekt „Reproduktive Gesundheit“ hatte bereits in mehreren der 33 ländlichen Distriktkrankenhäusern im Projektgebiet MHWs eingerichtet und dafür eine Standardausstattung zusammen gestellt. Diese orientiert sich an den Bedürfnissen der Schwangeren, in der Mehrzahl Tierhalterinnen, die sich während der 7- bis 14-tägigen Wartezeit von der schweren Arbeit der Tierpflege und Aufzucht erholen und Information über Familienplanung, gesundheitserhaltende Lebensweisen und Gesundheitsdienste auffrischen sollen.
Dem Projekt „Reproduktive Gesundheit“ fehlen jedoch die Mittel, um weitere 10 Landkrankenhäuser mit MWH auszustatten.

Projekt: Verbesserung der geburtshilflichen Abteilung, Provinzkrankenhaus Dalanzadgad, Provinz Süd-Gobi

Projektbeschreibung:

Dalanzadgad, Hauptstadt der mongolischen Provinz Süd-Gobi, liegt 600 km oder ca. 14 Autostunden südlich von Ulaanbaatar. Hier leben 13.000 der 55.000 Einwohner der Provinz. 
Das Provinz-Krankenhaus hat 160 Betten und ist das einzige der Provinz. Es dient 16 Distrikt-Gesundheitszentren als Überweisungs-Krankenhaus. Pro Jahr werden ca. 500 Entbindungen durchgeführt von denen ca. 70% wegen möglicher Komplikationen aus den isolierten Provinz-Distrikten überwiesen werden. 
Das Krankenhaus wurde 1960 von den Russen erbaut und wies von Beginn an Mängel und Schäden der Bausubstanz auf, die in den Folgejahren nur oberflächlich oder punktuell beseitigt wurden. Mit politischer und ökonomischer Unabhängigkeit von der damaligen Sowjet-Union 1990 fanden keine Reparaturen mehr statt. 
Die Schäden der Bausubstanz betreffen alle Gebäudeteile: Das Dach ist defekt, Wände und Böden sind durch die extremen Klimabedingungen (- 20° C Grad im Winter + 40° C Grad im Sommer) in Mitleidenschaft gezogen, nicht alle Etagen sind beheizbar. 
Die Wände der 50-Betten Entbindungs-Einheit sind schimmelbefallen, die Kacheln lösen sich großflächig ab, die Bodenbeläge sind zerstört, der Zementboden liegt streckenweise
offen und kann nicht mehr sauber gehalten werden. Nur noch eine Wasserleitung der Station ist intakt, alle vier Patienten- und die zwei Personal-Toiletten sind nicht mehr benutzbar.

Projekt: Einrichtung von Trainingsräumen in 10 Gesundheitszentren

Projektbeschreibung: 

Die Fortbildung des mongolischen Gesundheitspersonals fand bisher überwiegend in der Hauptstadt Ulaanbaatar statt. Dem fortgebildeten Personal fiel es oft schwer, die Ausbildungsinhalte in ihrer realen Arbeitsumgebung umzusetzen. Viele der Fortbildungen zeigen daher nicht die erwarteten Qualitätsverbesserungen in den Gesundheitsdienstleistungen.
Die Akzeptanz der kontinuierlichen, arbeitsplatznahen Fortbildung ist das Ergebnis langjähriger Beratung. Das Projekt „Reproduktive Gesundheit“ strebt daher eine Personalfortbildung in unmittelbarer Arbeitsumgebung an, für die auch in den entlegenen Distriktkrankenhäusern zumindest ein Raum für kollektive Fortbildungen und interaktive Übungen (z.B. Simulationsberatungen, Beratungsgespräche, partizipative Planungsprozesse etc.) eingerichtet sein sollte. 
Die Ausbildungen finden dagegen meist in den Personalaufenthaltsräumen oder Wohnungen der Diensthabenden statt. Material (Projektor, Tafel) und Produkte (Planungsmatrix, Anschauungsmaterial, Organigramme etc.) an denen über einen längeren Zeitraum gearbeitet werden muss, können dort nicht über die Fortbildung hinaus aufbewahrt werden. Die Qualität der Ausbildung und der erarbeiteten Produkte erreicht daher oft nicht das optimale Niveau. 
Das Projekt „Reproduktive Gesundheit“ hat eine Standard-Ausrüstung für Trainingsräume in Landgesundheitszentren zusammengestellt und einige Ausbildungsräume ausgestattet. Es fehlen jedoch die Mittel für die Einrichtung und Ausstattung von mindestens 10 weiteren Ausbildungsräumen in entlegenen ländlichen Gesundheitszentren.

Projekt: Ausrüstung von 12 Gesundheitszentren mit Vakuum-Sonnen-Kollektoren für Warmwasser

Projektbeschreibung:

Die wenigsten der 330 ländlichen Distriktgesundheitszentren der Mongolei verfügen über eine zentrale Wasserversorgung und über heißes Wasser – auch nur selten während der Heizperiode im Winter.
Seit zwei Jahren müssen auch öffentliche Einrichtungen für die Kosten ihres Energieverbrauchs aufkommen. Ein Landkrankenhaus zahlt für die Bereithaltung von heißem Wasser für den täglichen Krankenhaus- und Patientenbedarf , für Strom und Heizung ca. 30 Prozent des knappen Hospitalbudgets. 
Seit zwei Jahren bietet eine mongolische Firma mit deutscher Beratung Vacuum-Sonnen-Kolletor (VSK)-Anlagen zur Heißwasserbereitung an, die auch bei Extremtemperaturen von – 30° C Wasser in ca. 60 Minuten auf mindesten 80° C aufwärmen. Das System wird mit Tanks von 130 l und 160 l geliefert und kann aus Zisternen oder zentralen Wassersystemen gespeist werden. 
Zu Demonstrationszwecken installierte die Firma eine SVK-Anlage in einer öffentlichen Dusche, die seit 2 Jahren wartungsfrei funktioniert. Der betreibenden Familie entstand ein bescheidenes Einkommen. 
Im Einzugsgebiet des GIZ-geförderten Projektes „Reproduktive Gesundheit“ sind 12 ländliche Gesundheitszentren geeignet für eine VSK-Anlage zur Versorgung mit heißem Wasser.

Projekt: Zahnmedizinische Behandlungssets, Ulgii

Bericht des deutschen Botschafters in der Mongolei, Klaus Schröder (Ulan Bator, März 2002)

"Die drei zahnärztlichen Behandlungssets sind gut in Ulgii, der Hauptstadt des Bayan-Ulgii Aimags, angekommen. Bei der Übergabe im Mogoonmoor-Sum war ich persönlich zugegen. Die Übergabe im Tsengel-Sum und im Saksai-Sum hat der Abgeordnete Njgamed vorgenommen.
Ich war vom 20.03. - 23.03.2002 mit Herrn Nigamed nach Ulgii gereist, begleitet von einem Redakteur und einem Kameramann des Mongolischen Fernsehens sowie von einem Journalisten der auflagestarken mongolischsprachigen Tageszeitung Udriin Sonin (Tägliche Nachrichten). Wir haben den Übergabezeitpunkt bewusst so gewählt, dass er mit dem kasachischen Neujahrsfest zusammenfiel, zu dem viel Volk aus allen Sums (Bezirken) in die Provinzhauptstadt Ulgii geeilt war.
Die Übergabe konnte somit medienmäßig optimal gestaltet werden. Das Mongolische Staatsfernsehen sowie das kasachische Regionalfernsehen berichteten mehrfach von der großzügigen Spende deutscher Zahnärzte.
Zusätzlich zu den von Ihnen zur Verfügung gestellten englischsprachigen Schildern habe ich noch gleichnamige mongolische Schilder anfertigen lassen, die an den jeweiligen Behandlungsorten angebracht wurden."

Aus dem Inspektionsreisebericht 2003:

"Die besuchten Projektorte haben den Erfolg unserer Finanzierungshilfe bestätigt. Von der ausschließlich zweckgebundenen Verwendung und von der dringenden Notwendigkeit, diese gezielten Hilfsmaßnahmen in die Mongolei zu investieren, konnten sich der Vorsitzende Dr. Winter und seine Frau während des 14-tägigen Aufenthaltes überzeugen. 

Im Gepäck haben sie nicht nur die Motivation zum Weiterhelfen, sondern auch neue Projektideen mitgebracht. So soll vor allem die Zahnprophylaxe mit Hilfe der GIZ in den von uns errichteten Maternity Waiting Homes und den Training Rooms intensiviert werden. Auch die Investition von Zahnbehandlungseinheiten soll geprüft werden, da manche Zahnstation in den Provinzkrankenhäusern noch aus den 1950er Jahren (mit Doriotgestänge) stammt und heute ausschließlich zur Zahnentfernung benutzt wird." Dr. Klaus Winter