Pakistan

Projektbericht: Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe

Die Flutkatastrophe in Pakistan

Extremer Monsunregen bescherte Pakistan im Juli und August 2011 die schlimmsten Überschwemmungen seit 80 Jahren. Flüsse traten über die Ufer und überschwemmten ganze Landstriche. Die Wassermassen überfluteten Ackerflächen und spülten die Ernte sowie Straßen und Häuser weg. Ganze Dörfer verschwanden in den Fluten. Insgesamt wurde eine Fläche halb so groß wie Deutschland überschwemmt.

20 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben. Viele Menschen konnten sich gerade einmal mit dem Nötigsten in Sicherheit bringen. Rund 7 Millionen von ihnen wurden durch die Fluten obdachlos. Viele Menschen wurden von der Außenwelt abgeschnitten und konnten nur noch aus der Luft erreicht werden.

Außerdem hat die Flut die ohnehin bereits angespannte Ernährungssituation dramatisch verschärft. Im ganzen Land sind Lebensmittel knapp und Nahrungsmittelpreise erheblich gestiegen, weil der Nachschub vernichtet wurde. Hunger, mangelnde hygienische Zustände und der in vielen Gebieten fehlende Zugang zu sauberem Trinkwasser gefährden vor allem Kinder, alte und kranke Menschen. Bisher forderte die Flutkatastrophe bereits über 1.800 Menschenleben. Durch die oben genannten Umstände besteht die Befürchtung, dass weitere Menschen sterben werden.

Projekt: Erdbebenhilfe 2005

Bei dem Erdbeben am 8. Oktober 2005 kamen in Pakistan und Indien 75.000 bis 80.0000 Menschen ums Leben. Millionen Menschen verloren ihr Obdach. Sie harren ohne Nahrung und bei eisigen Nachttemperaturen im Freien aus. Besonders der Transport von Hilfsgütern in die abgelegenen Bergregionen bereitet Probleme. Der Vorsitzende des HDZ, Herr Dr. Winter, überreichte der berühmten Ärztin und Ordensfrau, Frau Dr. Ruth Pfau, welche seit Jahren aktiv in dieser Region tätig ist, einen Scheck über 50.000 € als Soforthilfe.

Berichte Dr. Ruth Pfau 2005-2006.pdf
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Projekt: Schul- und Jugendzentrum, Quetta, Nordpakistan

Projekthintergrund: Die Flüchtlinge, mehr als 300.000 Menschen, leben elend in Zelten um die Stadt herum. Die Stadtverwaltung kann keine Hilfen anbieten. Die Kinder verwahrlosen zusehends, müssen tagsüber als Papier- und Lumpensammler unterwegs sein oder sich anderweitig verdingen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

70 % der Bevölkerung in Pakistan sind Analphabeten. Es gibt bei weitem nicht ausreichend Schulen. Die existierenden privaten oder öffentlichen Schulen stehen nur der gesellschaftlichen Elite offen, da das verlangte Schulgeld für ärmere Familien viel zu hoch liegt.

Projektpartner: Don Bosco Mission

Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler aus den Minoritätengruppen der Christen und Hindus und afghanischen Flüchtlingen

Ziele des Projekts: Eine zweizügige, 10-klassige Primar- und Mittelschule für ca. 900 Schülerinnen und Schüler aus den Minoritätengruppen der Christen und Hindus und afghanischen Flüchtlingen mit der Unterrichtssprache Urdu (statt Englisch). Das Schulgeld beträgt max. 5 Euro im Monat und wird nach Möglichkeiten der Familien gestaffelt.
Nachmittags steht das Zentrum den Straßenkindern offen, die in 1-2 Jahren mit einem gezielten schulischen und Sozialprogramm auf den Eintritt in die reguläre Schule vorbereitet werden. Später soll das Angebot des Zentrums noch durch Kurse in Englisch, Computer und Hauselektrik ergänzt werden. 

Das Angebot einer schulischen und beruflichen Bildung für Kinder aus ärmsten Bevölkerungsschichten ist in Quetta einmalig. Es zielt auf ein friedliches Zusammenleben verschiedenster Bevölkerungsgruppen bzw. Konfessionen und auf Chancengleichheit für soziale bzw. wirtschaftliche Randgruppen.

Maßnahmen: Errichtung eines Schul- und Jugendzentrums in Quetta

499 Kinder besuchen das neue Schul- und Sozialzentrum, davon 362 Christen und 137 Moslems, überwiegend afghanischer Herkunft, aber auch einige iranische und irakische Kinder. Jungen und Mädchen, Christen und Moslems werden - bis auf den Religionsunterricht - gemeinsam unterrichtet. Es gibt 2 Kindergarten- und 2 Vorschulgruppen, jeweils 2 Klassen für das erste und zweite Grundschuljahr und je eine Klasse für das dritte, vierte und fünfte Schuljahr. Pater Zago ist sehr stolz darauf, dass in dieser "Schule für den Frieden" Kinder unterschiedlichster ethnischer und familiärer Herkunft zusammenkommen und lernen.

Bericht Karin Balfer, Salaam.pdf
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