Argentinien

Prophylaxe wird groß geschrieben

HDZ – Zahnprophylaxe in Buenos Aires, Argentinien, läuft auch in 2015 weiter

Das HDZ praktiziert sein

zahnärztliches Präventionsprogramm auch in Argentinien. Zusammen mit Apotheker ohne Grenzen e.V. wird diese Arbeit in den Slums von Buenos Aires von der Apothekerin Frau Dr. Carina Vetye-Maler intensiv umgesetzt. In einem Schreiben vom Februar berichtet sie, welche Maßnahmen für 2015 vorgesehen sind. Dieses Schreiben finden Sie als pdf im Anhang dieses Posts.


HDZ Zahnprophylaxe in Buenos Aires.pdf
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Zahnhygiene und Zahnversorgung für Kinder des Elendsviertels Villa Zagala

Apotheker ohne Grenzen (AoG) und Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ) führen in Slums Multiplikatoren-Schulungen für Zahnhygiene durch

Im vergangenen Jahr beschlossen daher Zahnarzt Dr. Klaus de Cassan (HDZ) und AoG-Projektkoordinatorin Dr. Carina Vetye-Maler den Start von Multiplikatoren-Schulungen, um die Zahnpflege in den Slums von Buenos Aires zu verbessern. Im November führte Dr. Cassan vor Ort die ersten Gespräche und Schulungen mit Mitarbeitern des Gesundheitszentrums und ließ umfangreiches Schulungsmaterial vor Ort. Das AoG-Team schult nun im nächsten Schritt die Slumbewohner, damit diese das Zähneputzen, den Fluorideinsatz und eine bessere Ernährung langsam in ihren Alltag einbauen. Lesen Sie nachfolgend den ersten Projektbericht... 

Projektbericht von Dr. Carina Vetyle-Maler vom 9. Juni 2014
Zahnprophylaxeprogramm Buenos Aires
Prophylaxeprojekt in Argentinien.docx
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Gemeinsam mehr erreichen

Langfristiges Zahnhygieneprogramm im Elendsviertel von Buenos Aires

Angefangen hat alles 2004 in einem Gesundheitszentrum in einem Elendsviertel von Buenos Aires: Schulkinder mit zerstörten Zähnen, ein Allgemeinarzt, der verzweifelt feststellte: "Wir kommen immer zu spät" und eine Apothekerin von "Apotheker ohne Grenzen" (AoG), die spontan zu diesem Arzt sagte: "Dann lass uns doch ein Zahnhygieneprogramm für Kinder starten". Die Hilfe wurde dringend gebraucht, denn 99,9% der Menschen in den Slums putzen die Zähne nicht, kennt sich nicht mit gesunder / zahnschützender Ernährung aus. Die Folgen sind bei jedem Lächeln zu sehen: fehlende oder gar keine Schneidezähne, schon bei Kindern und Jugendlichen.

 

Die Apotheker stellten erst einmal Zahnbürsten, Zahnputzbecher, Plaquefärbetabletten und pädagogisches Material für die Schulungen zur Verfügung. Und versuchten so, den Kampf gegen die massenhafte Abgabe von Amoxicillin und Paracetamol anzugehen. Erste positive Rückmeldungen kamen von den Lehrern, die berichteten, dass die Kinder weniger häufig Zahn-schmerzen hätten. Doch in dem Projekt fehlte ein Zahnarzt. In Buenos Aires gibt es ausreichend viele Zahnmediziner, sie arbeiten allerdings nicht gerne in Elendsvierteln: für ein schlechtes Gehalt in einem Slum-Health-Center nur Zähne zu ziehen, ist wenig attraktiv. Wer möchte schon ständig "Trümmer beseitigen"?

 

Nach langer Suche wurde man 2008 endlich fündig und konnte das Zahnhygieneprogramm professionell (= mit Zahnärztin) starten. Ziel war es, Zähneputzen und Zahnbehandlung für die Kinder der Horte und Kindergärten des Slums anzubieten. Die Zahnärztin, die sich beworben hatte, freut sich darüber, endlich auf eine Hilfsorganisation zu treffen, die langfristig sowohl kurativ als auch präventiv arbeiten wollte. Das Projekt wurde ein voller Erfolg. Fast 400 Kinder sind heute in dem Programm, darunter auch DYLAN, ein Junge, der ohne Arme geboren wurde. Er putzt sich seine Zähne aber selbst - mit den Füßen. Und er möchte Jura studieren.

 

2012 kam die Unterstützung der deutschen Zahnärzte dazu: die Stiftung HDZ begann die Prophylaxe-Arbeit der argentinischen Zahnärztin zu finanzieren. Zum Jahresende 2013 plant nun das HDZ zusammen mit der lokalen Kollegin und den Apothekern den Aufbau eines Multiplikatorenprogramms.

 

Koordiniert wird die Arbeit im Gesundheitszentrum, von dessen ärztlicher Direktorin und von der AoG-Apothekerin Dr. Vetye-Maler, die aus Argentinien stammt und sehr häufig vor Ort ist. "In Slums benötigt man Gesundheitsteams", sagt sie. "Die Probleme sind so groß, dass man zusammenarbeiten muss, einzeln kann jeder nur wenig erreichen. Als wir Apotheker hier starteten, fehlten die einfachsten Arzneimittel. Die Leute kamen nicht mehr: was sollen sie mit der Diagnose und einem Rezept, wenn man ihnen das benötigte Medikament nicht gab und sie es nicht kaufen konnten?".

 

Die Pharmazeuten bauten erst einmal eine 12 m² große Apotheke inkl. Medikamentenlager in das öffentliche Gesundheitszentrum, die Basisarzneimittel sind nun immer zuverlässig da. Chronische Therapien können durchgeführt werden, ehrenamtliche argentinische Apotheker übernehmen das Monitoring. Das Gesundheitspersonal lernte im Team zu arbeiten: Kinderärztin, Frauenärztin und Allgemeinärztinnen senden z.B. ihre Patienten - auch Mütter mit Babys - zur Zahnärztin weiter, wenn sie dentale Probleme erkennen. Die Arbeit der Zahnmedizinerin in den Kindergärten wird von allen aktiv unterstützt. 

 

Gerade für Slum-Kinder sind gute Zähne für die Zukunft entscheidend, denn sie tragen dazu bei, einen guten Eindruck zu machen und erhöhen die Chance, eine sozialversicherte Arbeit zu bekommen.

Flyer-Zahnhygieneprojekt-Argentinien-FIN
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Dylan aus dem Zahnhygieneprogramm
Dylan aus dem Zahnhygieneprogramm

Projekt: Schulbus für die Pfarreischulen in Villa Regina

  • Projektpartner: Salesianer Don Bosco, Bonn
  • Zielgruppe: 2.400 Kinder und Jugendliche aus sozialen Brennpunkten, Pfarreischulen in Villa Regina („ORESPA – Organización de Escuelas Parroquiales“)
  • Ziele des Projekts: Für viele Familien sind die Pfarreischulen die einzige Möglichkeit ihrem Nachwuchs eine schulische und berufliche Ausbildung zuteilwerden zu lassen. Der Kauf des Busses ist dringend und unbedingt notwendig, da der vorhandene Bus nicht mehr verkehrssicher ist und für Fahrten außerhalb des Stadtgebietes nicht mehr eingesetzt werden darf. Es ist damit zu rechnen, dass der bestehende Bus demnächst auch nicht mehr für die Fahrten im Stadtgebiet eingesetzt werden darf. Dies hätte verheerende Auswirkungen, weil der Großteil der Kinder und Jugendlichen dann nicht mehr in die Schule gehen würden. 
  • Maßnahmen: Finanzielle Unterstützung zur Anschaffung eines neuen Schulbusses im Wert von 118.543 Euro.
Abschlussbericht_ARG-VillaRegina_20.11.2012
ABB 10-373 Bericht HDZ 121031 sj.pdf
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Projekt: Zahnhygiene und -versorgung für Kinder, Villa Zagala, Provinz Buenos Aires

  • Projektpartner: Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V., München
  • Zielgruppe: Säuglinge ab den ersten Zähnen und Kindergartenkinder (2 bis 5-Jährige) von öffentlichen Horten und/oder Kindergärten des Einzugsgebietes des städtischen Gesundheitszentrums Nr. 16 (zwischen 350 und 400 Kinder/Jahr), Kinder und Jugendliche, die zur Zahnbehandlung ins Gesundheitszentrum kommen (Zahnarztpraxis)
  • Ziele des Projekts: Verbesserung des Zahnstatus durch Gewöhnen ans Zähneputzen bei Kindern, Kindergärtnerinnen, Familien, Plaque- und Kariesreduktion, Zahnbehandlung
  • Maßnahmen: Finanzielle Unterstützung für das Zahnhygieneprojekt (Beschaffung von Zahnbürsten, Zahnpasta, Zahnputzbecher, Fluorid-haltige Topika; didaktisches Material; Fahrtkosten Zahnärztin; Mitarbeit von Ärzten/Krankenschwestern; Reparaturen Ausrüstung Zahnärztin)
Bericht_Villa Zagala, Argentinien_10-2012
Argentinien.AoG-Bericht-fuer-HDZ-Okt-201
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