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Zahnmedizinische Präventionsarbeit im Gesundheitszentrum Nr. 16 in Villa Zagala – Jahresbericht 2025

Text: Christiane Winter | Fotos: Apotheker ohne Grenzen (AoG)

Foto: AoG
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Ausgangslage und gesundheitspolitische Rahmenbedingungen

Das Jahr 2025 stellte das Gesundheitszentrum Nr. 16 im argentinischen Viertel Villa Zagala vor außergewöhnlich schwierige Rahmenbedingungen. Durch staatliche Subventionskürzungen stiegen die Kosten für grundlegende Versorgungsgüter wie Wasser, Strom, Gas sowie den öffentlichen Nahverkehr erheblich. Obwohl die allgemeine Inflation zurückging, reichten die Einkommen vieler Bewohner:innen nicht mehr aus, um elementare Bedürfnisse zu decken. Die lokale Suppenküchenstruktur war entsprechend stark ausgelastet, und medizinische Therapien wurden häufig abgebrochen, weil Medikamente nicht mehr finanzierbar waren. Die Apotheker ohne Grenzen-Apotheke verzeichnete weiterhin einen hohen Patientenzustrom.

Parallel dazu verschärfte sich die personelle Lage im öffentlichen Gesundheitssektor. Da Gehälter seit Monaten nicht mehr an die Inflation angepasst wurden, lag der Stundenlohn erfahrener Allgemeinmediziner:innen im Oktober 2025 lediglich bei rund 7 Euro; Verwaltungspersonal erhielt 2–3 Euro pro Stunde. Ergänzend dazu arbeitete der Distrikt ab Juli 2025 unter einem Notstandsbudget, was Entlassungen und deutliche Einschränkungen bei der Medikamentenverfügbarkeit zur Folge hatte, darunter fehlendes Verzögerungsinsulin und Amoxicillin. 

Zusätzliche Belastungen ergaben sich durch extreme Hitzeperioden von über 50 °C in der Sonne. Besonders in den dicht besiedelten Slums mit Wellblechdächern führte dies zu akuten gesundheitlichen Belastungen und improvisierten Abkühlungsmaßnahmen im öffentlichen Raum.

Foto: AoG
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Zahnprophylaxe in Kindergärten und Grundschulen

Trotz der schwierigen Umfeldbedingungen konnten die zahnmedizinische Präventionsarbeit sowie der Betrieb der Zahnarztpraxis des Gesundheitszentrums ohne Unterbrechung fortgeführt werden. Die Aktivitäten fanden wie in den Vorjahren im dreimonatigen Rhythmus in sechs Kindergärten und zwei Grundschulen statt.

 

Im März 2025 unterstützte die deutsche Kieferorthopädin Ina Hartmann das Projekt durch die Mitnahme eines umfangreichen Koffers mit zahnärztlichem Material sowie durch weitere Materialsendungen im Jahresverlauf. Dadurch wurde den beiden argentinischen Zahnärztinnen eine kontinuierliche und professionelle Behandlung ermöglicht.

 

Bedeutung der lokalen Akteure und organisatorische Herausforderungen

Ein zentraler Erfolgsfaktor der Prophylaxe-Arbeit ist die enge Kooperation mit dem pädagogischen Personal. Erzieherinnen kennen die Kinder, können sie beruhigen und unterstützen die Zahnärztinnen und Zahnärzte während der Untersuchungen. Besonders aufwendig ist die Vorbereitung der Einsätze: Die Erstellung von Listen, die Identifikation der verantwortlichen Erziehungsberechtigten sowie das Einholen der schriftlichen Einverständnisse sind in einem Umfeld mit komplexen Familienstrukturen häufig herausfordernd. Trotzdem gelang es auch 2025, alle notwendigen Formalitäten zuverlässig zu organisieren.

Foto: AoG
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Prävention im Alltag: Materialien, Didaktik und Kontinuität

Der „Zahnärztin-Tag“ soll für Kinder stressfrei verlaufen und Zahngesundheit positiv erlebbar machen. Bei jedem Besuch wurden Zahnbürsten und Zahnpasta ausgegeben – allein zwischen Januar und September 2025 mehr als 1.000 Zahnbürsten und über 1.000 Tuben Zahnpasta. Das fluoridhaltige therapeutische Gel stammte größtenteils aus Spenden der besuchenden Kieferorthopädin.

 

Kinderzahnärztin Laura Cabrera entwickelt kontinuierlich neues didaktisches Material und setzt Inhalte aus Fortbildungen um, die dank finanzieller Unterstützung der Stiftung HDZ ermöglicht wurden. Ihre pädagogischen Konzepte verankern das Thema Zahngesundheit fest im Kindergartenalltag. 

Langfristigkeit bleibt essenziell: Die Ernährungsbedingungen im Slum – hoher Zuckerkonsum, fehlendes Wissen, viele alltägliche Belastungen – sorgen dafür, dass immer wieder neue Kinder mit erheblichem Behandlungsbedarf in die Einrichtungen kommen. Prävention ist daher ein Jahrzehnteprojekt.

Wartende vor einer Suppenküche | Foto: AoG
Wartende vor einer Suppenküche | Foto: AoG
Suppenküche „Por los chicos“ | Foto: AoG
Suppenküche „Por los chicos“ | Foto: AoG

Erweiterte Präventionsarbeit in der Suppenküche „Por los chicos“

Der Ausbau der Suppenküche „Por los chicos“ wurde 2025 weitgehend abgeschlossen. Der dort geschaffene geschützte Raum wird zunehmend für Gesundheitsaktivitäten und zahnmedizinische Prävention genutzt – ein wichtiger Faktor angesichts der zunehmenden Präsenz aggressiver Drogengruppen in Teilen des Viertels. 

Beim „Tag des Kindes“ im August nahmen trotz schlechten Wetters 45 Kinder und 10 Erwachsene an der dortigen Zahngesundheitsschulung teil. Diese Veranstaltungen stärken das Gesundheitsbewusstsein der Familien und erweitern den Zugang zu Prävention außerhalb der Bildungseinrichtungen.

Die Arbeit in der Zahnarztpraxis des Gesundheitszentrums Nr. 16

Die Praxis arbeitet mit begrenzten technischen Ressourcen, erzielt jedoch eine hohe Versorgungsleistung. Bilder aus der Dokumentation zeigen eine funktionale, aber minimal ausgestattete Umgebung, in der dennoch kontinuierliche Behandlungen durchgeführt werden. Die Zahnärztinnen demonstrieren damit eindrucksvoll, wie viel auch unter einfachen Bedingungen möglich ist. 

Ernährungssicherung als Teil der Gesundheitsstrategie

Ergänzend zur zahnmedizinischen Arbeit wurden zwei Suppenküchen mit rund 1.700 Litern Milch in Pulverform sowie über 340 kg Fleisch unterstützt. Eine gesicherte Grundernährung ist ein essenzieller Baustein jeder nachhaltigen Gesundheitsförderung, auch im Kontext oraler Gesundheit.

Fazit

Das Jahr 2025 war geprägt von wirtschaftlichen Turbulenzen, personellen Engpässen und extremen klimatischen Belastungen. Dennoch konnte die zahnmedizinische Präventionsarbeit im Gesundheitszentrum Nr. 16 stabil fortgeführt und in Teilen sogar ausgebaut werden. Entscheidende Faktoren waren die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partner:innen, internationale materielle Unterstützung sowie das unermüdliche Engagement des zahnmedizinischen Teams vor Ort.

Die Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte leistet in diesem Projekt einen klar sichtbaren Beitrag zu nachhaltiger Gesundheitsförderung in einer besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppe.

 

Ihr Beitrag macht den Unterschied

Die Zahn- und Gesundheitsversorgung in Villa Zagala steht 2025 unter enormem Druck. Materialien fehlen, Medikamente sind knapp, und viele Kinder erhalten nur durch die Projektarbeit regelmäßige Vorsorge. Jede einzelne Spende – ob groß oder klein – stärkt die zahnmedizinische Versorgung, ermöglicht Präventionsprogramme und sorgt dafür, dass Kinder in einem der ärmsten Viertel Argentiniens eine faire Chance auf Gesundheit bekommen.

 

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Sie finanzieren damit Zahnbürsten, Zahnpasten, therapeutische Gele, dringend benötigte Praxisinstrumente, Fortbildungen sowie Hilfsmittel für Suppenküchen, die tagtäglich Familien entlasten.

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Spenden Sie jetzt und helfen Sie mit, die zahnmedizinische Versorgung in Villa Zagala dauerhaft zu sichern.


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