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10-jähriges Jubiläum von Corona überschattet

Integrationszentrum für Roma-Kinder in Satu Mare bleibt dennoch Erfolgsprojekt

Roma-Kinder haben in Rumänien keine Lobby. Die meisten leben mit ihren Familien unter ärmsten Bedingungen in lagerähnlichen Dörfern, ein Großteil kann nicht lesen und schreiben, von der rumänischen Bevölkerung werden sie ausgegrenzt und verachtet. Doch es gibt einen Ort, an dem all dies nicht zählt und jedes Kind eine Perspektive hat: Das Integrationszentrum „Stella Maris“ in Großkarol/Carei. 


Das Integrationszentrum wurde 2010 als Pilotprojekt mit Spendenmitteln des HDZ gegründet und steht unter Leitung der römisch-katholischen Diözese Satu Mare. 


In diesem Jahr feiert es sein 10-jähriges Bestehen. Dass die offiziellen Feierlichkeiten von der Corona-Pandemie zunichte gemacht wurden, fällt nicht so sehr ins Gewicht. Was vielmehr zählt ist der anhaltende Erfolg dieses Projekts, von dem sich die HDZ-Vorsitzenden Dr. Klaus Sürmann und Dr. Klaus Winter schon mehrfach bei Projektreisen vor Ort überzeugen konnten und der auch in schwierigen Zeiten weiter Früchte trägt. „Die Kinder sind heute viel gepflegter und höflicher als vor 10 Jahren und sie lernen besser“, resümiert Lehel Hompoth, der Leiter des Zentrums. „Von den mehreren Hundert Kindern, die in Stella Maris bisher unterrichtet worden sind, haben es etwa 70 Prozent geschafft, lesen und schreiben zu lernen. Und auch die Sozialarbeit hat den Familien geholfen, ihr Leben etwas zu verbessern.“ 


Die sechsmonatige Unterbrechung des Schulalltags war daher für alle ein drastischer Einschnitt. Von März bis September hatten in Rumänien alle Schulen und Zentren geschlossen, auch das Integrationszentrum musste sich dieser Auflage beugen. Doch der Kontakt zu den Familien und Kindern ist in dieser Zeit nicht abgerissen, berichtet Lehel Hompoth. „Wir haben versucht, zu helfen, so gut es eben geht“, sagt er. „Wir haben Masken genäht, Lebensmittel-Pakete verteilt und Hygienemittel ausgegeben.“


Inzwischen können im Zentrum zumindest wieder 20 Prozent der Schüler unterrichtet werden. Und auch im Kindergarten ist wieder Leben, dort werden momentan 20 Kinder betreut. Dass es überhaupt möglich war, in Corona-Zeiten wieder zu öffnen, schreibt Hompoth der guten Organisation des Hauses zu und hofft, dass es im kommenden Jahr möglich sein wird, wieder zu einer Normalität wie vor Corona zurückzufinden.